Die Frauen der verschiedenen deutschsprachigen Gemeinden der drei Mennonitenkolonien aus dem zentralen Chaco versammelten sich am Dienstag, den 5. Juni 2018, in der Kirche der Mennonitengemeinde Osterwick (Kolonie Menno) zu einem Missionsfrauentag, um sich gemeinsam in Bezug auf Missionsthemen zu stärken. Das Thema des Tages lautete “Gemeinsam unterwegs”. Frau Anita Wall erklärte auf der Grundlage des Bibeltextes aus Apostelgeschichte 8, 26 bis 40 einige Prinzipien, die im Miteinander mit Personen, die Jesus nicht als ihren Erlöser kennen, wichtig und hilfreich sind.
Eine Gruppe Frauen aus der Indigenen Gemeinschaft Pesempo’o erfreute die Anwesenden mit einigen Liedern. Sie nahmen an dem Frauentag auf Einladung der Vertreterin der Frauenarbeit aus Nordmenno in der ASCIM, Tina Froese, teil, die in Form eines Zeugnisses von Erlebnissen mit Gott und mit den Frauen aus Pesempo’o berichtete. Sie unterstrich, dass der Heilige Geist ihr Herz verändert habe und es mit einer großen Liebe für die Enhlet-Frauen gefüllt habe. Gemeinsam mit vier weiteren deutschsprechenden Frauen begleiten sie die Frauen in Pesempo’o in Bibelstudien und Handarbeiten. Tina ist bewegt von der Beobachtungsgabe der indigenen Frauen, denn – so sagt Tina- „sie kennen uns oftmals viel besser als uns lieb ist“, denn das verlangt ein integres und transparentes Leben. Sie erklärt den Teilnehmerinnen des Missionsfrauentages, dass die Missionsarbeit viel Energie kostet. Interesse für die Arbeit zeigen, ist eine Form des Respektes und der Empathie für die Missionsarbeiter. Die Arbeit in Gebet begleiten, ist eine andere Form. Aber von großer Wichtigkeit ist es, dass jede Frau auf ihr eigenes Benehmen in der Begegnung mit dem Nächsten achtet. Als Beispiel führt sie die Wahrnehmung des Anderen auf oder das Benehmen im Straßenverkehr: die Reduzierung der Geschwindigkeit des Autos, wenn ein kleineres Fahrzeug auf dem Weg ist, die Reduzierung der Staubaufwirbelung beim Überholen von Fußgängern und Fahrrad- oder Motorradfahrern. Das sind ganz einfache Formen, um Respekt gegenüber dem Nächsten zu zeigen, die aber im multikulturellen Zusammenleben wichtig sind.
Weiter nutzte die ASCIM den Missionsfrauentag, um das neue von ASCIM publizierte Buch in deutscher Sprache “Interkulturelle Beziehungen: Anregungen zu einem harmonischen Miteinander im Chaco von Paraguay” vorzustellen.


