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“Wir können andere nicht verstehen, solange wir uns nicht auf ein gegenseitiges Kennenlernen einlassen.” (Ernst Ferstl)
Zu den Zielen des Colegio Indígena Yalve Sanga (CIYS) gehört seit einigen Jahren der Schüleraustausch mit anderen Schulen; aber erst in diesem Jahr wurde diese Absicht Wirklichkeit. Zunächst mussten sich die jeweiligen Schulleiter auf ein Konzept einigen. Dann wurden die Schüler der jeweiligen 12. Klassen (3er Curso) informiert und eingeladen, sich für diesen kulturübergreifenden Austausch zu melden. So fanden sich in beiden Schulen jeweils vier mutige Schüler, die bereit waren, für zweieinhalb Tage in die Gastschule zu fahren und eine für sie ganz andersartige Realität kennenzulernen.
Zu den Vorbereitungen gehörte auch ein Treffen mit den Eltern der Schüler aus Loma Plata, wo über die Details der Aufenthalte in Loma Plata und in Yalve Sanga gesprochen und Zweifel ausgeräumt werden konnten. Beeindruckend war die gastgeberische Bereitschaft und auch eine gewisse Vorfreude der Eltern auf diese neue Erfahrung.
Am 10. Mai frühmorgens fuhren dann die vier aus Yalve Sanga nach Loma Plata zum Unterricht; zwei Nivacché-Mädchen, ein Guaraní-Ñandeva und ein Lateinparaguayer. Dort wurden sie zunächst vom Direktor Rolando Reimer herzlich begrüßt und es kam der prickelnde Moment des Kennenlernens der Gastgeberschwester bzw. des Gastgeberbruders. Die Schüler des Colegio Secundario Loma Plata (CSLP) nahmen die aus Yalve Sanga danach mit in ihren Klassenraum.
Das Programm für den Austausch war im Prinzip einfach: die Schüler aus Yalve Sanga sollten den normalen Schulalltag am CSLP kennenlernen. Für die unterrichtsfreien Zeiten hatten die Familien verschiedenes geplant, um den Schülern einen Einblick in ihr Leben zu gewähren. So vergingen die Tage sehr schnell, und am Donnerstag, den 12. Mai, hieß es schon Abschied nehmen von der Schule und auf ein Wiedersehen in zwei Wochen mit den Gastgeschwistern.
Vom 25. bis zum 27. Mai hatte das CIYS dann das Vorrecht, die Schüler aus Loma Plata aufzunehmen. In diesen Fall wohnten die Gastschüler nicht bei Familien, sondern im Schülerheim des CIYS. Dabei lernten sie etwas das Leben der ca. 80 Schüler kennen, die aus ca. 20 verschiedenen Siedlungen kommen und mindestens vier verschiedene Sprachen sprechen. Auch hier ging es zunächst darum zu sehen, wie der Unterricht in einem so multikulturellen Umfeld abläuft. Einer der Höhepunkte im Schuljahr des CIYS ist das jährliche „Campamento Estudiantil“, das mit evangelistischen Gottesdiensten, Sport und Spiel für zwei Tage alle Teilnehmer begeistert. Da das Camp am 26. Mai abends begann, konnten die Schüler des CSLP sowohl die Vorbereitungen dafür als auch den ersten Teil miterleben. Da war es schön zu sehen, wie sie bei den Präsentationen der verschiedenen Gruppen und auch bei den spielerischen Wettbewerben gleich voll mitmachten und für ihre jeweiligen Mannschaften kämpften. Auch diese Zeit vieler froher Gemeinsamkeit ging zu Ende und so hieß es während des Camps Abschied nehmen.
Was die Schüler aus Yalve Sanga und die aus Loma Plata außer ihren Koffern und Taschen mit nach Hause genommen haben an Erfahrungen, Eindrücken, Gefühlen und Gedanken, können wohl nur sie selber wissen. All das muss verarbeitet werden und wir hoffen, dass es zu einem gesunderen Miteinander im Chaco beitragen kann. 
Zu den Höhepunkten zählen die CIYS-Schüler die Zeit mit der Familie, die Gespräche, gemeinsames Essen oder auch “zur Fenz fahren”, und in der Schule die Form des Sportunterrichts und den Chor.
Überrascht hat sie, dass das CSLP zwar viel größer als das CIYS, aber trotzdem sehr normal war. Erwartet hatten sie eine hoch technologisch ausgerüstete Institution. Positiv beeindruckt hat sie, dass sie auch von den am Austausch unbeteiligten Schülern sehr natürlich begrüßt und aufgenommen wurden. “Wir fühlten uns für die Zeit Teil des CSLP”, war ihre übereinstimmende Erfahrung, und alle vier würden so einen Austausch gerne wiederholen.
Eine Anekdote zum gegenseitigen Verständnis: im Fach Orientación Personal y Sociolaboral geht es um das Thema Werte, unter anderem die Pünktlichkeit. Dazu sagt ein Austauschschüler aus Loma Plata in der Klasse in Yalve Sanga: “Wir praktizieren den Wert der Pünktlichkeit in unserer Kultur und erreichen damit das Vermeiden von Stress wegen Zuspätkommens.” Erklärung des Lehrers in Yalve Sanga: “Und wir vermeiden Stress, indem wir die Pünktlichkeit nicht zu ernst nehmen.” 
Also, wie Ernst Ferstl sagt: “Wir können andere nicht verstehen, solange wir uns nicht auf ein gegenseitiges Kennenlernen einlassen.”

Publiziert in Dpto. de Educación

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