Yalve Sanga
Geschichtlicher Hintergrund: "Yalve Sanga" – die Wasserstelle des Gürteltiers – heiβt heute eine Indianersiedlung und ein Dienstleistungszentrum, das weitere 10 Siedlungen des Zentralen Chaco betreut. Geschichtlich gesehen, bildete bildete dieser Ort einen Teil des weiten Lebensraums der Nord-Enlhit, zu denen heute 12.000 Personen gehören. Sie sind einen Teil der Sprachfamilie der Maskoy-Völker, die wie alle Chacobewohner Jäger und Sammler mit einer besonderen Anpassung an die Halbwüste dieser Region waren.
Die Gemeinschaft Enlhit: In Yalve Sanga haben sich 1.762 Einwohner des Enlhit-Stammes in 11 landwirtschaftlichen Dörfern organisiert. Diese Gemeinschaft hat ihre Rechtspersönlichkeit und ist legaler Eigentümer von 6.000 ha. Land. Sie wird autonom von einem Gemeinschaftsrat verwaltet, der Beamte für die verschiedenen Dienste anstellt. Die Wirtschaftsgrundlage der Gemeinschaft ist ziemlich vielseitig: Familiengärten, Baumwollpflanzungen, Rinderzucht, Sammeln von wildwachsenden Nahrungsmitteln, Gelegenheitsarbeiten und halbprofessionale Dienstleistungen in den benachbarten Mennonnitenkolonien. Die Gemeinschaft unterhält folgende Dienste für ihre Mitglieder: einen Konsumladen, einen landwirtschaftlichen Maschinenpark, Aussaat-Kredite, die Versorgung mit Trinkwasser, 4 Primarschulen, 1 Gesundheitsposten, 1 Krankenver-sicherung (AMH) und einen öffentlichen Ordnungsdienst.

Gemeinschaftsverband: Yalve Sanga ist auch der Treffpunkt für weitere elf Indianergemeinschaften des Zentralen Chaco, die sich in der Federación Regional Indígena del Chaco Central = FRICC (Indianischer Regionalverband des Zentralen Chaco) zusammengeschlossen haben. Diese Gemeinschaften haben alle ihre Rechtspersönlichkeit und verfügen über insgesamt etwa 120.000 ha Land. Die FRICC bildet für sie eine Plattform für einen ständigen Austausch und Schulung sowie ein Werkzeug für die gemeinsame Wahrung ihrer Gemeinschaftsinteressen.
Interetnische Zusammenarbeit: Yalve Sanga ist auch das Verwaltungszentrum einer Reihe von Dienstleistungen, die für die 11 Gemeinschaften in Form einer gegenseitigen Zusammenarbeit mit der Asociación de Servicios de Cooperación Indígena – Menonita (ASCIM) geleistet werden. Diese Nichtregierungs-Organisation erhält Beiträge von der Nationalregierung, den deutsch-mennonitischen Gemeinschaften und von internationalen Finanzierungsanstalten. Sie arbeitet mit den Gemeinschaften zusammen bei der land- und viehwirtschaftlichen Beratung, bei der beruflichen Schulung, der formellen und informellen Bildung und in der vorbeugenden und heilenden Gesundheitsbetreuung.
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