Es besteht die Möglichkeit, einen kurzfristigen Freiwilligen-Einsatz in den Beratungsprogrammen der ASCIM zu machen.


Verwaltungsform 

Verwaltungsform der zum Beratungsprogramm der ASCIM gehörenden indigenen Gemeinschaften

Die Verwaltungsform der zum Beratungsprogramm der ASCIM geh√∂renden indigenen Gemeinschaften ist grunds√§tzlich in einem Gemeinschaftsstatut vorgeschrieben. Demnach ist die Gemeinschaftsversammlung (Asamblea comunitaria) die h√∂chste Autorit√§t der Gemeinschaft. Zu der Versammlung geh√∂ren alle M√§nner und Frauen, die √ľber 18 Jahre alt sind. In den Gemeinschaften sind laut den jeweiligen Statuten ordentliche Gemeinschaftsversammlungen durchzuf√ľhren, und zwar je nach Gemeinschaft eine oder zwei pro Jahr. Bei Bedarf k√∂nnen aber auch au√üerordentliche Gemeinschaftsversammlungen durchgef√ľhrt werden. Einberufen werden die Gemeinschaftsversammlungen vom Verwaltungsrat der Gemeinschaft (Consejo comunitario). Die Initiative f√ľr die Einberufung einer Versammlung kann aber auch von einer Gruppe von mindestens 10 Mitgliedern kommen kann. 

Der Verwaltungsrat seinerseits wird auf einer Gemeinschaftsversammlung gew√§hlt und repr√§sentiert und regiert die Gemeinschaft zwischen den Gemeinschaftsversammlungen. Die Kandidaten, die f√ľr die Formierung des jeweiligen Verwaltungsrates zur Wahl stehen, werden nicht einheitlich bestimmt. Teils ist es so, dass jedes Dorf der Gemeinschaft einen Kandidaten pr√§sentiert, teils schlagen Verwandtschaftsgruppen oder auch andere Gruppierungen die Kandidaten vor. 

Wichtig ist, dass die Interessen aller Mitglieder einer Gemeinschaft durch die verschiedenen Verwaltungsratmitglieder (Consejales) im Verwaltungsrat der Gemeinschaft vertreten werden. Ist der Verwaltungsrat, der aus 7 bis 9 oder auch mehr Mitgliedern besteht, einmal gew√§hlt, w√§hlt er ein Mitglied aus seiner Mitte zum Pr√§sidenten des Verwaltungsrates (Presidente del Consejo). Der Verwaltungsrat trifft sich einmal im Monat zu einer ordentlichen Sitzung und f√ľhrt bei Bedarf auch au√üerordentliche Sitzungen durch. 

Neben dem Pr√§sidenten haben die Gemeinschaftenen aber auch einen Verwalter (Administrador) bzw. Oberschulzen, der in der Regel so wie die Verwaltungsratmitglieder von der Gemeinschaftsversammlung gew√§hlt wird. Die Aufgabenbereiche der beiden sind nicht eindeutig festgeschrieben, aber grunds√§tzlich ist es wohl so, dass der Verwalter oder Oberschulze sich mehr um die institutionellen Angelegenheiten wie Verwaltungsb√ľro, Konsumladen, Gesundheitswesen, Erziehung, der gemeinschaftlichen Viehstation, dem Ackerbau und Maschinenpark k√ľmmert und der Pr√§sident mehr um die gemeinschaftlichen Angelegenheiten wie etwa das Schlichten von Streitigkeiten und die Wahrnehmung anderer Belange der Siedler. 

In den Gemeinschaftsstatuten ist zum Teil vorgesehen, dass im Verwaltungsrat eine Aufgabenverteilung vorgenommen wird, so dass die einzelnen Verwaltungsratmitglieder f√ľr je einen Gemeinschaftsbereich verantwortlich sind. Allerdings gestaltet es sich schwierig, diese Arbeitsweise in die Tat umzusetzen. 

Die allgemeinen Befugnisse und Funktionen eines Verwaltungsrates sind etwa die folgenden: 

- Die G√ľter und die Dienstleistungen der Gemeinschaft verwalten. 

- Als legaler Repräsentant der Gemeinschaft fungieren.

- Fragen der Mitglieder f√ľr die Pr√§sentierung auf der Gemeinschaftsversammlung aufnehmen. 

- Die Interessen der Gemeinschaft nach au√üen vertreten. 

- Die Harmonie, die Gesundheit, die Vorbereitung der jungen Generation und die wirtschaftliche Produktion innerhalb der Gemeinschaft f√∂rdern. 

- Die Einhaltung des Gemeinschaftsstatus und der Beschl√ľsse der Gemeinschaftsversammlungen √ľberwachen. 

- Gemeinschaftsversammlungen einberufen und f√ľr die Durchf√ľhrung der einzelnen Dienstleistungen der Gemeinschaft Personal (Sekret√§r, Verk√§ufer, Gesundheitsf√∂rderer, Traktorist usw.) anstellen.

Da die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinschaften und der ASCIM heute auf der Grundlage von Abkommen (Convenios) und Kostenvoranschl√§gen (Presupuestos), die j√§hrlich abgeschlossen bzw. erstellt werden, geschieht, ist es eine wichtige Aufgabe des Verwaltungsrates, im Namen der Gemeinschaften zusammen mit den entsprechenden Vertretern der ASCIM √ľber die Form und die Finanzierung der Beratungs- und Gemeinschaftsarbeit innerhalb eines gewissen Rahmens zu befinden und zu entscheiden.

Neben dem Verwaltungsrat bzw. parallel zu diesem kann es dann aber auch noch eine Nachbarschaftskommission (Comisión vecinal) geben, die die Beziehungen zur Munizipalität pflegt.


Heinrich Dyck, Exekutivkomitee ASCIM, Mai 2014