Es besteht die Möglichkeit, einen kurzfristigen Freiwilligen-Einsatz in den Beratungsprogrammen der ASCIM zu machen.


August 2017


25/08/2017

Abschluss der Ausbildung in Krankenpflege am CEIYS


Gestern abend (Donnerstag, den 24. August 2017) hat die ASCIM die akademischen Aktivit√§ten des ersten Krankenpflegekursus in Yalve Sanga abgeschlossen. 7 Studenten beendeten die Ausbildung des T√©cnico Superior en Enfermer√≠a. Das Studium wurde von der ASCIM in Zusammenarbeit mit der evangelischen Universit√§t von Paraguay angeboten. An dem Abschlussprogramm gestern abend in Yalve Sanga nahmen etwa 130 Personen teil, darunter auch die Erziehungssekret√§rin des Departaments Boquer√≥n, Sara Gaona, der Generaldirektor der UEP Filial Chaco Central, Edgar Neufeld, und die Mitglieder des Exekutivkomitees der ASCIM. 
Gaona sprach ihre Gl√ľckw√ľnsche an die Studenten aus, gratulierte aber auch vor allem die ASCIM f√ľr die Initiative und anerkannte diese als sehr wertvoll f√ľr die Zukunft des Chacos an. Neufeld und auch der Exekutivdirektor der ASCIM, Wilfried Dueck, bezeichneten den Abschluss der ersten Gruppe von Krankenschwestern und Krankenpflegern der ASCIM als ein Erfolg. 
Die Absolventen dankten vor allem der ASCIM f√ľr diese M√∂glichkeit des Studiums und wiesen darauf hin, dass sie viel mehr gelernt h√§tten als nur Krankheiten und deren Behandlung oder die Pflege von Patienten. Rafael P√©rez, Vertreter der Nivacle in der Gruppe, unterstrich, dass er seine Denkart und die Art, das Leben zu sehen, h√§tte √ľberarbeiten m√ľssen. Es war ihm klar geworden, dass er nicht nur Personen aus seiner Volksgruppe helfen d√ľrfe, sondern dass er auch andere Kulturen kennen- und verstehen lernen m√ľsse. Dabei seien ihm die verschiedenen praktischen Ausbildungspl√§tze eine Hilfe gewesen, sagte P√©rez. 
Das von der ASCIM angebotene Krankenpflegestudium endet mit dem dritten Jahr der Ausbildung, den Absolventen steht aber die M√∂glichkeit offen, dieses Studium ein weiteres Jahr an der Fakult√§t in Loma Plata fortzusetzen und die Licenciatura en Enfermer√≠a zu beenden. 

(Renate Froese de Penner, ASCIM)


31/08/2017

Halbjahresversammlung der ASCIM

Am Mittwochvormittag, den 30. August 2017, hat die Halbjahresversammlung der ASCIM unter guter Beteiligung in Yalve Sanga stattgefunden. Traditionsgem√§√ü wurden zun√§chst die Sitzungsordnungspunkte gekl√§rt. Danach folgte eine geistliche Besinnung, gebracht von Alfonso Caba√Īa und zugeschnitten direkt auf F√ľhrungskr√§fte, denn eine Sitzung dieser Art in der ASCIM versammelt die F√ľhrungskr√§fte aus Gemeinde und Gemeinschaft der deutsch-sprechenden Kolonien und der indigenen Siedlungen des zentralen Chaco. 
Wilfried Dueck, der Exekutivdirektor der ASCIM, pr√§sentierte einen Bericht √ľber die Aktivit√§ten des ersten Halbjahres und Harry Wiens von der Buchf√ľhrung den Finanzbericht. Das erste Halbjahr schloss die ASCIM mit einem positiven Finanzresultat. 
Anschlie√üend pr√§sentierte Adolf Sawatzky die Vorschl√§ge zur Ver√§nderung des Statuts der ASCIM. Die Anpassung ist aufgrund der Ver√§nderungen in der Struktur der ASCIM notwendig und h√§ngt unter anderem auch direkt mit der strategischen Planung der ASCIM zusammen. In dem neuen Statutvorschlag werden die strukturellen Ver√§nderungen in der ASCIM aufgenommen. Das bezieht sich auf die Umbenennung der Arbeitsprogramme Gesundheit, Bildung, und Landwirtschaft in Abteilungen, im Statut in spanischer Sprache als departamentos benannt. Weiter wird die neu hinzugenommene Abteilung der interkulturell- sozialen und geistlichen Abteilung, DISE, dem Statut beigef√ľgt. Eine andere Ver√§nderung steht gleich im zweiten Artikel und bezieht sich auf den Hauptsitz der ASCIM. M√∂glicherweise noch in diesem Jahr wird die ASCIM mit dem Bau ihres Verwaltungsgeb√§udes in Yalve Sanga beginnen und deshalb wird im Statut k√ľnftig nicht Filadelfia als Hauptsitz der ASCIM angegeben, sondern Yalve Sanga. Weiter ist es jetzt nicht mehr so, dass eine Indigene Gemeinde, die Mitglied in der ASCIM ist, unbedingt evangelisch mennonitisch hei√üen muss, sondern nur evangelisch sein muss.  
Andere kleinere Ver√§nderungen befassten sich mit dem Einbezug der Vorschule in das Schulsystem, mit dem Zeitraum zur Einberufung der Generalversammlungen und die Begrenzung der ASCIM-Beratung in den urbanen Wohnvierteln der Indigenen. Im ganzen Statut wurden zudem die veralteten Worte Lengua und Chulupi mit den korrekten Bezeichnungen f√ľr die indigenen V√∂lker ausgetauscht: Der korrekte Name des Lengua-Volkes ist Enhlet und die Chulupi hei√üen richtigerweise Nivacle.
Das veränderte Statut wurde mit 49 Stimmen der 54 anwesenden Mitglieder der ASCIM angenommen.
Nach der Statut√§nderung stand ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung der Halbjahresversammlung und das war die Behandlung eines gew√§hlten Themas. Dieses Mal ging es um die Nutzung der zur Verf√ľgung stehenden Ressourcen in den Indigenen Gemeinschaften, um deren integrale Entwicklung zu f√∂rdern. An der Vorstellung des Themas waren die Mitglieder des Exekutivkomitees der ASCIM beteiligt. Sie nannten und erkl√§rten folgende zur Verf√ľgung stehenden Ressourcen: intellektuelle, nat√ľrliche und wirtschaftliche Ressourcen sowie die Arbeitskr√§fte. Dabei wurde unterstrichen, dass die Ressourcen alleine nicht etwas erreichen, man muss sie nutzen und einsetzen, um eine Entwicklung zu erreichen. So steht allen Personen seit ihrer Geburt die intellektuelle F√§higkeit zur Verf√ľgung. Als nat√ľrliche Ressourcen verf√ľgen die Indigenen Siedlungen √ľber Land, Waldbestand und Wasser. Als wirtschaftliche Ressourcen wurden Infrastruktur, Geld und Maschinen genannt und im letzten Punkt ging es um die zur Verf√ľgung stehende Arbeitskraft einer jeden Person. Die Indigenen Gemeinschaften, die mit der ASCIM zusammenarbeiten, besitzen zusammen etwa 150 tausend Hektar Land. Auf den Siedlungen in denen die Gesundheitsabteilung der ASCIM t√§tig ist, leben rund 12 tausend 600 Personen, etwa 66% von ihnen im arbeitsf√§higen Alter, also zwischen 18 und 65 Jahren. Nur etwa 14 % von ihnen gehen einer geregelten Arbeit nach.
Im anschlie√üenden Podiumsgespr√§ch kamen 8 Personen mit ihren Meinungen zu diesen vorgestellten Themen zu Wort. Alicio Derksen von der Enhletgemeinschaft Yalve Sanga wies darauf hin, dass er von den Dingen, die er als Sekret√§r der Gemeinschaft tun m√ľsse, keine Ahnung gehabt habe. Aber er sei f√§hig gewesen, diese zu erlernen, was er auf die ihm gegebene intellektuelle F√§higkeit zur√ľckf√ľhre. Veronika Eckert f√ľhrte verschiedene intellektuelle F√§higkeiten auf, die sie bei den Indigenen beobachtet hat: wie die musikalischen Begabungen, die Fertigkeiten in Kunst und Bauwerk sowie die F√§higkeit, sich anzupassen. Dioberto Ben√≠tez, ein Lehrer des Sanapana-Volkes an der Landwirtschaftsschule La Huerta, unterstrich, dass die Ressourcen besser genutzt werden k√∂nnten, wenn man die Ressourcen kenne. Dennis Stahl, Verwalter der Stiftung FIDA wies darauf hin, dass die Ressourcen Gottes Sch√∂pfung seien und rief zur Planung der wirtschaftlichen Aktivit√§ten auf, um mit den zwei Gesichtern des Chaco klarzukommen: der Trockenheit und dem √úberfluss. Alfredo Lorenzo von der Nivaclegemeinschaft bei Yalve Sanga √§u√üerte seine Zufriedenheit dar√ľber, dass keine der mit ASCIM kooperierenden Indigenen Gemeinschaft finanzielle Schulden gegen√ľber einer Institution au√üerhalb zu tragen habe. Die Kosten der Siedlungen werden durch die Einnahmen ihrer eigenen gemeinschaftlichen Viehstation getragen, so dass sie kurz- und langfristige Finanzierungspl√§ne machen k√∂nnen. Manfred Froese, Wirtschaftsberater in Casuarina, seinerseits rief dazu auf, die Zeit, die zur Verf√ľgung stehe, zu gebrauchen, um mit dem, was man besitze, etwas zu erreichen, statt andere um Hilfe zu bitten. Rennwick Reimer, Lehrer an der Indigenen Bibelschule, sprach √ľber die Ausbildung in Schule und Gemeinde. Seiner Ansicht nach fehlt es an Kreativit√§t, um die zur Verf√ľgung stehenden Ressourcen auch zu nutzen. Serafina Miranda aus Pozo Amarillo war die letzte Teilnehmerin in der Podiumsrunde. Sie hat eine 20 j√§hrige Erfahrung in der Gesundheitsf√∂rderung und sprach davon, dass ihre Landsleute mehr Vertrauen in die √§rztlichen F√§higkeiten setzen, als in ihre langj√§hrige Erfahrung als Gesundheitspromotorin.

(Renate Froese de Penner, ASCIM)