Es besteht die Möglichkeit, einen kurzfristigen Freiwilligen-Einsatz in den Beratungsprogrammen der ASCIM zu machen.


April 2016


20/04/2016

Streiflichter aus den Feierlichkeiten zum Tag des Indigenen

In der ASCIM ist es √ľblich, dass die Mitglieder des Exekutivteams sowie auch Mitarbeiter aus den Beratungsprogrammen am 19. April an den Feierlichkeiten zum ¬ĄTag des amerikanischen Indigenen¬ď teilnehmen. Auff√§llig ist dabei, dass die verschiedenen Gemeinschaften wohl unterschiedlich feiern, aber es doch allgemein √ľblich ist, sich an so einem Tag an die Vergangenheit zu erinnern. So wurde in diesem Jahr z. B. von einem alten Mann vorgef√ľhrt, wie sie fr√ľher mit Pfeil und Bogen jagten. 


Oder es wurde von einem Vertreter der alternden Generation erz√§hlt, wie es dazu kam, dass sie an den Ort, an dem sie heute leben, gekommen sind. Auch wurde von alten Essgewohnheiten berichtet und die Besucher konnten sich die fr√ľher typischen Lebensmittel anschauen. Auβerdem geh√∂rte selbst angefertigtes Werkzeug sowie Kochgeschirr zur Pr√§sentation. 


Wie die Alten ohne Streichh√∂lzer Feuer machten und welche Fertigkeiten Jugendliche gelernt haben mussten, um heiratsf√§hig zu sein, waren Themen, die von ihrer heutigen Lebensbew√§ltigung weit entfernt liegen. Denn wenn es heutzutage etwa die Aufgabe der Frauen w√§re, ihre Familien mit den von ihnen in der freien Natur gesammelten Fr√ľchten zu ern√§hren, w√§re die Versorgung nicht gesichert. Und wenn es Aufgabe der M√§nner w√§re, den Fleischbedarf ihrer Familien mit erlegtem Wild zu decken, w√ľrde Fleisch bei ihnen noch mehr Mangelware sein als es dies ohnehin schon ist.
Dass das Christentum ein Element des indigenen Siedlungslebens geworden ist, zeigt die Tatsache, dass ein Gottesdienst oder eine auf einen biblischen Text basierende Besinnung durchaus Teil solcher Feierlichkeiten sind. Auch die Kinder können an der Programmgestaltung mitbeteiligt sein.

Besonders offensichtlich wird an so einem Tag, dass zum Feiern auch ein Festessen geh√∂rt. Die f√ľr diesen Zweck im Kostenvoranschlag der Siedlung vorgesehenen Rinder f√ľr diesen Tag werden geschlachtet und entweder nach herk√∂mmlicher Art oder auch maschinell verarbeitet. Und wenn die Fleischmahlzeiten auch nicht √ľberall gemeinsam verspeist werden, so wird doch groβer Wert darauf gelegt, dass alle Familien, die Mitglieder einer Siedlung sind, etwas von dem so begehrten Fleisch bekommen.


Eine Begegnung, wie sie in der Siedlung ¬ĄPaz del Chaco¬ď zwischen indigenen und deutsch-mennonitischen Sch√ľlern an diesem Tag stattfand, scheint mir f√ľr die F√∂rderung der interethnischen Harmonie im zentralen Chaco besonders geeignet zu sein. Denn wo man in einem Staffelspiel gegeneinander antritt, lernt man sich kennen und hoffentlich auch wertsch√§tzen.
Nennenswert scheint mir die Beobachtung, dass man sich bei den Feierlichkeiten zum ¬ĄTag des Indigenen¬ď zwar an die Vergangenheit erinnert, ansonsten aber der Gegenwart und der Zukunft zugewandt ist, zumal der alten Lebensweise √∂ffentlich  nirgends nachgetrauert wird.

Im Auftrag des Exekutivteams der ASCIM,
Heinrich Dyck


13/04/2016

MCC-Besuch

In der vergangenen Woche besuchten Vertreter des Mennonitischen Zentralkomitees, MCC, die ASCIM. Das Ehepaar Jennifer Regier & Jordan Penner vertritt die MCC im B√ľro in Bolivien und ist damit auch zust√§ndig f√ľr die Belange der MCC in Paraguay. Das Mennonitische Zentralkomitee finanziert ein Stipendienprogramm f√ľr indianische Teenager in der ASCIM. W√§hrend ihres Aufenthaltes im Chaco besuchte das Ehepaar das Centro Educativo Ind√≠gena Yalve Sanga sowie auch die Landwirtschaftsschule La Huerta. 
Das MCC ist seit den ersten Jahren der Beratungsarbeit unter den Indianern Partnerorganisation der ASCIM gewesen. 1946 wurde der erste Antrag auf eigenes Land von den Indianern gestellt, womit ein gr√∂√üeres Siedlungsprojekt unter der Entwicklungshilfe des Mennonitischen Zentralkomitees von Nordamerika begann. Das MCC bat zu der Zeit um die Gr√ľndung einer Beh√∂rde, die das gesamte Siedlungsprojekt anleiten solle, woraus sp√§ter die ASCIM entstand. Ein Gro√üteil der Landk√§ufe f√ľr die Indianer wurde von der MCC finanziert. Heute ist das MCC finanziell noch im Stipendienprogramm beteiligt.

(Lic. Elroy Funk, Bildungsprogramm)