Es besteht die M├Âglichkeit, einen kurzfristigen Freiwilligen-Einsatz in den Beratungsprogrammen der ASCIM zu machen.


Dezember 2014


30/12/2014

Jahresbericht aus der landwirtschaftlichen Beratungsarbeit

Ackerbau:
Es war ein sehr gutes Jahr f├╝r den Ackerbau, da es gut geregnet hat. Die Familieng├Ąrten haben sich gut entwickeln k├Ânnen. Es wurde vom ├ťberfluss der G├Ąrten verkauft, besonders Wassermelonen, Melonen und S├╝├čkartoffeln. Der Sesamanbau ist gut gediehen. Der Sch├Ądlingsbefall war nur gering, die Ameisen waren die Plage, die am meisten geschadet hat. Die Ernte konnte trotz ├Âfteren Regenf├Ąllen gut eingebracht werden und die Preise waren sehr gut. Als Herausforderung bleibt weiter die Pilzkrankheit ┬äMacrophomina┬ô, die in mehreren Siedlungen stark verbreitet ist und die Ertr├Ąge senkt. Durch mangelnde Fruchtfolge verbreitet sich die Krankheit weiter, und im Sommer 2014/2015 sollen zwei Sesamsorten getestet werden, die eventuell toleranter gegen die Krankheit sein sollen. 

(Friedbert Esau)

Viehzucht:
Das Jahr 2014 war ein relativ gutes Jahr f├╝r die Viehzucht. Es gab wenig Probleme mit Weiden und Wasser. Die K├Ąlber konnten gut verkauft werden und hatten sehr gute Preise. Die meisten K├Ąlber wurden an Mitglieder von den Kooperativen verkauft. In einigen Siedlungen gab es Probleme mit ├ťberschwemmungen, was auch der Grund war dass die K├Ąlber etwas sp├Ąter verkauft wurden. In anderen Siedlungen wiederum gab es Weidebrand, was aber gl├╝cklicherweise nicht zu hohen Verlusten f├╝hrte, da es bald darauf gut geregnet hat und das Gras nachwachsen konnte. Auf den ┬äEstancias┬ô von einigen Siedlungen wurde gegen Klostridien und Geschlechtskrankheiten geimpft. Die indigenen ┬äEstancieros┬ô passen gut auf ihr Vieh auf und es macht ihnen Spa├č, im ┬äCorral┬ô zu arbeiten.

(Ivan Wiebe)

Buchf├╝hrung:
Im Jahr 2014 gab es die bis dahin gr├Â├čte Umstrukturierung in der Buchf├╝hrung der Siedlungen. Da das Finanzministerium das neue IRAGRO Gesetz in Kraft setzte, gab es neue Herausforderungen. Es konnte in den 16 Siedlungen, wo die ASCIM die Buchf├╝hrungsberatung macht, eine gute Software gekauft und installiert werden. Auch wurde in den Siedlungen eine digitale Vernetzung gemacht, die mir das Eingreifen und Helfen in den jeweiligen PCs von irgendeiner Siedlung aus erm├Âglicht. Das ganze zweite Halbjahr verbrachte ich damit, die Sekret├Ąre so intensiv wie m├Âglich zu begleiten. Zurzeit arbeiten 15 indigene Sekret├Ąre und zwei Wirtschaftsberater mit dem Eintippen der Belege in die neue Software. In einer Siedlung mache ich das Eintippen der Belege. Hierbei macht der Sekret├Ąr die ersten zwei Schritte der Buchf├╝hrung (das Eintippen im LIBRO DE COMPRA oder LIBRO DE VENTA und das Eintippen vom PAGO oder COBRANZA) und den dritten Schritt (die CONCILIACION) macht der Sekret├Ąr mit direkter Begleitung vom Buchf├╝hrungsberater. Insgesamt glaube ich, dass wir in diesem Jahr sehr viel erreicht haben. Anderseits blieb auch vieles auf der Strecke, da einfach nicht alles in dieser Zeit erledigt werden konnte. Auch bin ich der ASCIM dankbar, dass ich an einigen Fortbildungskursen ├╝ber IRAGRO teilnehmen durfte.
(Holando Penner)


29/12/2014

Kampf gegen ├╝bertragbare Krankheiten

Der Kampf gegen die Tuberkulose war wie jedes Jahr eine sehr wichtige Aktivit├Ąt innerhalb des Programms f├╝r ├Âffentliche Gesundheit der ASCIM. Insgesamt wurden 46 Personen wegen dieser Krankheit behandelt.
Was vermeidbare Krankheiten angeht, hatten wir eine nationale Impfkampagne gegen Masern und Kinderl├Ąhmung. Im Departement Boquer├│n wurden 98% der Kinder, die bei uns registriert sind, geimpft, und im Departement Presidente Hayes wurden 100% der registrierten Kinder geimpft dank der harten Arbeit des gesamten Gesundheitspersonals.

(Dr. Wilmar Dyck, Chefarzt)

18/12/2014

Nationale Autorit├Ąten zeigen Interesse f├╝r Profinca 

Im November 2014 besuchte eine Delegation von nationalen Autorit├Ąten in Yalve Sanga die Indigene Stiftung f├╝r landwirtschaftliche Entwicklung (Fundaci├│n Ind├şgena para el Desarrollo Agropecuario = FIDA), um das Programm Pro-F├╝nffamilienviehbetrieb (Profinca 5 Familias) kennenzulernen. Dieses Programm besteht aus der Gew├Ąhrung von langfristigen und kosteng├╝nstigen Krediten, um einer Gruppe von 5 Familien die Gr├╝ndung einer Viehstation von 100 ha zu erm├Âglichen. 

Der Besuch wurde von der Departamentsverwaltung von Boquer├│n koordiniert. Diese Institution ist bestrebt, das Modell der F├╝nffamilienviehbetriebe auf Departementsebene zu multiplizieren. Aus dem Grund hatten der Gouverneur und seine Mitarbeiter Autorit├Ąten der Zentralregierung eingeladen, um das Modell vor Ort praktisch kennenzulernen. Zur Besucherdelegation geh├Ârten der Gouverneur von Boquer├│n, Herr Edwin Pauls, der Sekret├Ąr der Ureinwohner von Boquer├│n, Herr Juan Carlos Irala, der Sekret├Ąr f├╝r Produktion und Umwelt von Boquer├│n, Herr Milciades Pacce, der Vizeminister f├╝r Viehzucht, Dr. Marcos Medina, der B├╝rgermeister von Filadelfia, Rechtsanwalt Holger Bergen, au├čerdem Vertreter von CAH (Cr├ędito Agr├şcola de Habilitaci├│n) und SAS (Secretaria de Acci├│n Social) sowie von der Munizipalit├Ąt von Loma Plata und vom INDI (Instituto Paraguayo del Ind├şgena).

Nach den Willkommensworten des Gouverneurs von Boquer├│n, einer kurzen geschichtlichen Einf├╝hrung zur FIDA vom Exekutivdirektor der ASCIM, Jakehorst Harder, und der Vorstellung der FIDA und speziell des Programms ┬äProfinca 5F┬ô vom Verwalter dieser Institution, Dennis Stahl, besuchte man eine Gruppe von Viehz├╝chtern der Siedlung ┬äEnlhet Yalve Sanga┬ô, die ihre kleine Viehstation mit Hilfe des Programms eingerichtet hat. Es wurden die Einrichtungen so wie den Korral und das Wassersystem und zus├Ątzlich auch das Vieh besichtigt. 
Auf dem Weg zur indigenen Siedlung ┬äCampo Alegre┬ô machte die Besuchergruppe einen kurzen Abstecher zum ehemaligen Milit├Ąrst├╝tzpunkt Boquer├│n. In ┬äCampo Alegre┬ô wurde ein weiterer Viehzuchtbetrieb besucht und anschlie├čend im Hotel Boquer├│n von Neuland zu Mittag gegessen, womit die Besuchstour zum Abschluss kam.
Die Teilnehmer dieser Aktivit├Ąt konnten die Arbeitsweise, die Verwaltung und den Nutzen des Programms ┬äProfinca 5F┬ô h├Âren und sehen. Was f├╝r alle Beteiligten bleibt, ist die Herausforderung, billige und zug├Ąngliche Kredite zu finden, um mehr F├╝nffamilienviehbetriebe implementieren bzw. einrichten zu k├Ânnen.

(Thorsten D├╝rksen, Produktionsprogramm der ASCIM)

15/12/2014

Seminar des Gemeinschaftswachstums aus ethnischer Perspektive

Vom 10. bis zum 12. Dezember kamen rund sechzig Leiter und Leiterinnen zum gewohnten ┬äSeminar des Gemeinschaftswachstums aus ethnischer Perspektive┬ô zusammen. Dabei fand ein Austausch ├╝ber folgende Themen statt: ┬ätechnische Zusammenarbeit und materielle Hilfeleistung┬ô, "die indigenen Erwartungen bez├╝glich der zuk├╝nftigen Zusammenarbeit mit der ASCIM", "besondere gegenw├Ąrtige Herausforderungen f├╝r die Gemeinschaften" und "Verantwortungen eines christlichen Leiters".

Hier k├Ânnen Sie einen Bericht zum Seminar lesen.

(Wilmar Stahl, Anthropologe)

07/12/2014

Statistik der schulischen Aktivit├Ąten

Im Supervisionsbereich der ASCIM  begann das diesj├Ąhrige Schuljahr am 5. Februar mit Vortr├Ągen ├╝ber das interkulturelle Zusammenleben mit allen Mitarbeitern der ASCIM. Am 6. und 7. Februar fanden zwei Arbeitstage mit allen Lehrern in Yalve Sanga statt. Sie starteten die Schulaktivit├Ąten in den 60 Bildungseinrichtungen der Region mit dem Slogan ┬äLehrer, die Spuren hinterlassen┬ô. Der Unterricht begann dann am 17. Februar und der Schulkalender sah 200 Arbeitstage vor. Die vorgesehenen Aktivit├Ąten fanden im Allgemeinen normal statt.
Die folgende Tabelle zeigt den Prozentsatz der eingeschriebenen, ausgestiegenen und gebliebenen Sch├╝lern/innen des Jahres 2014:

Schuljahr / Kurs

   Eingeschrieben

       Ausgestiegen

Bis Jahresende geblieben

F

M

Total

F

M

Total

%

F

M

Total

%

2064

2244

4308

247

303

550

12,8

1817

1941

3758

87,2

1┬║ Grado

372

370

742

49

51

100

13,5

323

319

642

86,5

2┬║ Grado

293

331

624

29

36

65

10,4

264

295

559

89,6

3┬║ Grado

293

295

588

32

32

64

10,9

261

263

524

89,1

4┬║ Grado

285

349

634

37

63

100

15,8

248

286

534

84,2

5┬║ Grado

223

236

459

35

46

81

17,6

188

190

378

82,4

6┬║ Grado

175

197

372

25

34

59

15,9

150

163

313

84,1

7┬║ Grado

145

167

312

16

28

44

14,1

129

139

268

85,9

8┬║ Grado

108

105

213

14

6

20

9,39

94

99

193

90,61

9┬║ Grado

87

73

160

8

3

11

6,88

79

70

149

93,12

1┬░ Curso

34

52

86

2

2

4

4,65

32

50

82

95,35

2┬░ Curso

28

43

71

0

1

1

1,41

28

42

70

98,59

3┬░ Curso

21

26

47

0

1

1

2,13

21

25

46

97,87


















Die folgende Tabelle zeigt die schulischen Leistungen der Sch├╝ler/innen pro Schuljahr/Kurs:

Schuljahr / Kurs

Bestanden

Nicht bestanden

F

M

Total

%

F

M

Total

%

1489

1561

3050

81,2

328

380

708

18,8

1┬║ Grado

293

289

582

90,7

30

30

60

9,35

2┬║ Grado

243

263

506

90,5

21

32

53

9,48

3┬║ Grado

213

214

427

81,5

48

49

97

18,5

4┬║ Grado

202

237

439

82,2

46

49

95

17,8

5┬║ Grado

160

154

314

83,1

28

36

64

16,9

6┬║ Grado

124

133

257

82,1

26

30

56

17,9

7┬║ Grado

80

89

169

63,1

49

50

99

36,9

8┬║ Grado

68

71

139

72

26

28

54

28

9┬║ Grado

66

45

111

74,5

13

25

38

25,5

1┬░ Curso

11

29

40

48,8

21

21

42

51,2

2┬░ Curso

13

22

35

50

15

20

35

50

3┬░ Curso

16

15

31

67,4

5

10

15

32,6



F├╝r das Schulungsprogramm der ASCIM, war das Jahr 2014 aufgrund des Verlustes von vier Lehrern eines der traurigsten Jahre in ihrer Geschichte. Aus verschiedenen Gr├╝nden verloren die Lehrer Arturo Moreno, Silvia Gonzales, Marta Klassen und Gloria Cabrera das Leben und hinterlassen eine gro├če L├╝cke in der Arbeit und noch mehr in ihren Familien, unter Kollegen und Freunden. 

F├╝r 2015 bleibt uns als Herausforderung die Lehrerausbildung und die Krankenpflegeschule zu st├Ąrken, damit dieser Ausbildungsprozess f├╝r eine bessere Zukunft f├╝r die indigenen Jugendlichen des Chaco gefestigt wird und w├Ąchst. Wir k├Ânnen auch die Begleitung der in der Landwirtschaftsschule ┬äLa Huerta┬ô eingeleiteten Reformen hinzuf├╝gen, sowie die Entwicklung der Schulen in den verschiedenen Siedlungen.
Der Bildungsprozess ist Gegenstand fortw├Ąhrender ├änderungen und Reformen, was uns dazu zwingt, proaktive Entscheidungen f├╝r eine bessere Zukunft zu treffen.

(Lic. Elroy Funk, Lic. Cecilio Denis, Supervision)