Es besteht die Möglichkeit, einen kurzfristigen Freiwilligen-Einsatz in den Beratungsprogrammen der ASCIM zu machen.


Kurznachrichten 2012


Dezember 2012


I.) Soziale Arbeit unter den Indigenen:

a.) Kinder- und Frauenarbeit:

- Das Kleinkind- und Vorschulprogramm (Centro Materno Infantil de NutriciĂłn y RecreaciĂłn Preescolar, CEMINUREPE) konnte zu Anfang des Jahres seine neuen Räumlichkeiten im Zentrum von Yalve Sanga beziehen. Von dort aus werden die ca. 50 Kleinkindschulen der Zone betreut. 

- 8 Ausbilderinnen und 2 Supervisorinnen förderten 2012 den Haushaltsunterricht in 6  indigenen Bildungszentren des zentralen Chaco.

- Die weiblichen indigenen FĂĽhrungskräfte haben sich in 3 Bezirken zu regionalen Seminaren getroffen, um sich auszutauschen und das Thema „Sekten“ zu studieren. 

- Am 17. 10. fand in der Kirche der Mennonitengemeinde Neuland der Missionsfrauentag der deutschen Mennonitengemeinden aus dem Chaco zum Thema „50 Jahre - Indianerfrauenarbeit“ statt. Ca. 200 Frauen nahmen daran teil.


b.) Gemeinschaftsarbeit:

10 der von der ASCIM beratenen landwirtschaftlichen Siedlungen sind im Regionalen Indigenen Verband des Zentralen Chaco (Federación Regional Indígena del Chaco Central = FRICC) zusammengeschlossen. Das Ziel dieses Zusammenschlusses ist die Wahrnehmung der gemeinsamen Interessen, die Fortbildung und der Erfahrungsaustausch. An den Sitzungen dieses Zusammenschlusses nehmen die Gemeinschafts- und Gemeindeleiter der Siedlungen teil. Der Verband hat sich in diesem Jahr neu organisiert, indem das in der Satzung vorgesehene Direktorium gewählt wurde, das dann seine Tätigkeiten wahrgenommen hat. Das genannte Direktorium besteht aus folgenden Amtsträgern: Leiter = Julián Cardozo, Sekretär = Teo Servín, Kassenführer = Simeón Negro, Ratsmitglieder = Ismael Emilio als Vertreter der Ethnie „Enlhet“ und Mateo Martens als Vertreter der „Ethnie“ Nivaclé.

Das Direktorium hat die Aufgabe, sich auch in den Monaten zu einer Sitzung zu treffen, wenn keine reguläre FRICC-Sitzung stattfindet. 

Auf der Sitzung der FRICC (FederaciĂłn Regional IndĂ­gena del Chaco Central) am 09. Oktober waren auch Vertreter der Dachorganisation FAPI (FederaciĂłn por la AutodeterminaciĂłn de los Pueblos IndĂ­genas) zugegen. Sie brachten dort Vorträge zu den Themen „El cambio climático“ und „AdministraciĂłn segĂşn el mĂ©todo de autogestiĂłn”. Dabei unterstĂĽtzte Wilmar Stahl als Berater der FRICC den Vorschlag der Indigenen, dass sie als Gemeinschaften mit den staatlichen Organisationen aufgrund von Abkommen (Convenios) zusammenarbeiten sollten. 

Vom 11. – 13. 12. veranstaltete die FRICC (FederaciĂłn Regional IndĂ­gena del Chaco Central) ein Seminar fĂĽr Ethnoentwicklung (Etnodesarrollo), zu dem je 8 Vertreter pro Siedlung eingeladen waren. Themen, die behandelt wurden, waren: 

1. Produktion mit Respekt vor der Natur (ProducciĂłn con respeto a la naturaleza).

2. Präsentation einiger Projekte aus dem „Colegio IndĂ­gena Yalve Sanga“ von den sogenannten Jungunternehmern (Jovenes emprendedores) .


II.) Titelverleihungen in den Bildungsinstitutionen der ASCIM 2012:

1. Am 25. 05. 2012 fand in der Landwirtschaftsschule „La Huerta“ die Abschlussfeier des sogenannten „Practico Rural“ mit 10 Absolventen statt.

2. Den 13 neu ausgebildeten Gesundheitsförderern konnte am 18. 10. 2012 ihre staatlich anerkannten Titel „TÉCNICO SUPERIOR DE SALUD PÚBLICA“ überreicht werden. Foto

3. Am 10. 11. feierte das „Colegio Indígena Yalve Sanga“ seine Schulabschlussfeier, auf der 23 Absolventen aus dem „Bachillerato con Enfasis en Ciencias Sociales“ ihre Diplome verliehen bekamen. Foto

4. In der Landwirtschaftsschule „La Huerta“ fand die Schulabschlussfeier des BTA (Bachillerato Técnico Agropecuario) am 16. 11. statt. 15 Absolventen erhielten ihre Diplome.

5. Die Schulabschlussfeier im „Colegio 1⁰ de Mayo“ fand am 29. 11. 2012 statt. 11 Absolventen aus dem „Bachillerato con Enfasis en Ciencias Sociales” bekamen ihre Diplome.

(Heinrich Dyck, Personalberatung)


Oktober 2012

Gesundheitsberatungsprogramm:

- Am 26. 07. fand in Yalve Sanga die diesjährige geistliche RĂĽstzeit (Retiro Espiritual) mit dem gesamten Personal des Gesundheitsprogramms und seinen Familien statt. Die Referentin Hedwig Unrau Vda. de Lee sprach ĂĽber das Thema „Familie aus biblischer Sicht“. Ihre Offenheit und ihr schauspielerisches Talent sorgten dafĂĽr, dass der Inhalt des Vortrags nicht missverstanden werden konnte. 


- Die Fortbildungsseminare mit Vertretern der Ethnien „Enlhet“ und „Nivaclé“ zum Thema „Mentale Störung“ (Trastorno mental) wurden am 16. und 17. August in den Siedlungen „Pozo Amarillo“ und „Campo Alegre“ trotz Nordsturm erfolgreich durchgefĂĽhrt. Die Referentin war Mika Funk de Friesen vom SMSM (Servicio Menonita de Salud Mental). Foto 

Beim anschlieĂźenden Erfahrungsaustausch fiel auf, dass die Indigenen fĂĽr den Begriff „Mentale Störung“ nur negative Bilder haben. Im Jahr 2013 soll das Thema „Missbrauch der Sexualität“ (El abuso de la sexualidad) behandelt werden. 


- Aufgrund der außergewöhnlichen Wetterbedingungen in diesem Jahr war es für das Gesundheitsprogramm nicht möglich, in allen Bereichen seinem Jahresplan gemäß zu arbeiten. Mittlerweile konnten aber alle versäumten Aktivitäten und Veranstaltungen nachgeholt werden. Selbst die Hygienekontrollen auf den einzelnen Höfen der verschiedenen Siedlungen sind abgeschlossen.


- Der langjährige Arzt des Gesundheitsberatungsprogramms Wilmar Dyck und seine Frau Linette waren von Februar bis September für eine Aus- und Fortbildungszeit (Sabbathalbjahr) im Ausland. Ihre Reise führte sie zunächst über Deutschland nach Südafrika und Botswana. In Botswana hatten sie die Möglichkeit, die Ethnie der Buschmänner oder San kennenzulernen. Von März bis Juli waren sie dann in Deutschland, wo Dyck in den Städten Bad Dürkheim im Bundesland Rheinland-Pfalz, Oberursel/Taunus im Bundesland Hessen, Heidelberg im Bundesland Baden-Württemberg, Immenstadt und Sonthofen im Bundesland Bayern Praktika gemacht hat. Alles in allem konnte er sich in 6 Krankenhäusern, in welchen er allgemein sehr gut aufgenommen wurde, fortbilden. Außerdem hatten sie die Möglichkeit, in dieser Zeit auch die Schweiz, Holland und Frankreich zu besuchen. Im August waren sie dann in Kanada. Dyck bedankt sich für die Möglichkeit, nach 9jähriger Tätigkeit in der ASCIM so eine schöne Zeit erleben zu dürfen. Mittlerweile haben beide wieder ihren Dienst aufgenommen. Foto


- Am 20. 09. fand der soziale Tag (Dia social) mit dem Personal des Gesundheitsprogramms in „Campo´í“ statt. Das Programm des Tages mit einer Morgenandacht, gemeinsamem Singen, einer VorfĂĽhrung von Sketchen, gemeinsamem Spielen und einem schmackhaften Mittagessen diente der Entspannung und der Gemeinschaftsförderung. 

(Heinrich Dyck, Personalberatung)


September 2012

Landwirtschaftsberatungsprogramm:

- Die Siedlung Anaconda hat Anfang Jahr ĂĽber FIDA (FundaciĂłn IndĂ­gena para el Desarrollo Agropecuario) vom MAG (Ministerio de Agricultura y GanaderĂ­a) noch Finanzen fĂĽr ein Projekt bekommen, das aber aufgrund der groĂźen Regenfälle nicht durchgefĂĽhrt werden konnte. Deshalb wurde Ende Juni dann eine Veränderung dieses Projektes beantragt, damit es doch noch durchgefĂĽhrt werden kann. Es geht dabei um das Einzäunen einer Weideparzelle fĂĽr Ziegen, Schafe und Schweine, damit diese eingesperrt werden und so die Familiengärten nicht mehr zerstören können.  Foto

- Vom Beratungsprogramm für die Landwirtschaft SEAP (Servicio de Extensión Agropecuaria) wurden mit den Verwaltungsräten und den Angestellten im Landwirtschaftsbereich der von der ASCIM beratenen Siedlungen Fortbildungskurse durchgeführt. Konkret wurden dazu die Mitglieder der Verwaltungsräte, die Traktorfahrer (Tractoristas) und die Rinderhirten (Vaqueros) der Siedlungen eingeladen. Die Fortbildungsveranstaltung mit den Vertretern der Ethnie „Enlhet“ fand am 22. 08. in Yalve Sanga statt und die mit den Vertretern der Ethnie „Nivaclé“ am 29. 08. in der Landwirtschaftsschule „La Huerta“. Dabei wurden die Themen „Weide und Viehzucht“ und „Traktorpflege und Einstellung der Maschinen“ behandelt. Die Teilnehmer beider Berufsgruppen arbeiteten gut mit. Foto

- Im Bereich des Ackerbaus des Landwirtschaftsprogramms ist mit einem Wiederaufforstungsprogramm begonnen worden. In einigen Siedlungen sind Parzellen von 1 bis 2 Hektar mit Paraisobäumchen bepflanzt worden. Diese leisten einen positiven Beitrag für die Umwelt, dienen kurzfristig der Arbeitsbeschaffung und sind langfristig eine zusätzliche Einnahmequelle für die Siedlungen.

- Nachdem vom Landwirtschaftsprogramm eine neue Brutmaschine erworben werden konnte, sind bereits die ersten Küken mit sehr gutem Erfolg ausgebrütet worden. Diese werden den Siedlern zum Kauf angeboten, damit sie so durch Eigenproduktion für ihren Bedarf an Eiern und Fleisch sorgen können. Foto

- Nach der sehr regenreichen Zeit in diesem Jahr, die viele unbefahrbare Wege zur Folge hatte, konnten mittlerweile fast alle Jungrinder (Desmamantes) der Siedlungsviehstationen und der Kleinfamilienviehbetriebe (Profincas 5F) vermarktet werden. Bei groĂźer Nachfrage konnten sie preisgĂĽnstig abgesetzt werden. Foto

- Der Berater fĂĽr den Ackerbau ist zurzeit dabei, die Ackerbauern der verschiedenen Siedlungen in Bezug auf die nächste Aussaatzeit zu beraten, zumal eine Fruchtfolge dringend notwendig ist, nachdem in den letzten Jahren fast ausschlieĂźlich Sesam angepflanzt worden ist. Mit FIDA und den Landwirtschaftsberatern der Siedlungen zusammen bereitet er den Prozess der Vergabe der Aussaatkredite von FIDA an die kreditberechtigten Bauern vor. 


(Heinrich Dyck, Personalberatung)